top of page

Streuobstsorte
des Jahres

Streuobstwiesen sind wichtig für die Agrobiodiversität. Hier wachsen oft seltene und autochthone, d.h. lokale Sorten.

IMG_3478.JPG

Gewinnersorten

Baumgart_Köstleichster_2.jpeg

Streuobstsorte 2025

Der Köstlichste (Apfel)

Diese alte italienische Apfelsorte war angeblich schon zu Zeiten Karls des Großen bekannt. Als ‚mela carla‘ beschrieb sie erstmals auch der Pomologe Giorgio Gallesio. Er nannte Ligurien als Ursprungsort.
In Südtirol wurde der Apfel um 1850 durch Karl von Zallinger unter dem offiziellen Sortennamen ‚Der Köstlichste‘ verbreitet und später auch als Zallingerapfel bekannt.
Der mittelgroße Apfel hat eine grünlich-gelbe Grundfarbe und rote verwaschene Backen. Das Fruchtfleisch ist weiß und süß-aromatisch.
Obwohl er bis ins 20. Jahrhundert hinein beliebt war, ist der ‚Köstlichste‘ heute nur noch selten in Streuobstwiesen zu finden.

IMG-20250827-WA0003.jpg

Streuobstsorte 2026

Holzfarbige Butterbirne

Die Birne wurde Ende des 18. Jh. als Zufallssämling in einem Wäldchen in Flandern entdeckt. Die mittelgroße, bauchige Frucht hat eine raue Schale mit größeren bräunlichen Rostflecken. Ihr Äußeres lässt an eine Oberfläche aus Holz denken. Der Name „Butterbirne“ passt zu ihrem schmelzenden, gelblich-weißen Fruchtfleisch. Charakteristisch ist ihr süßer, aromatischer Geschmack mit eigener Würze.  Sie ist sehr empfindlich gegenüber der Witterung und braucht warme, trockene Standorte. 
In Südtirol findet man sie nur noch selten, etwa an Standorten auf dem Ritten oder in sonnigen Lagen im mittleren Eisacktal.

Baumgart_Ferchbirne_2.jpg

Streuobstsorte 2024

Die Ferchbirne

Die kleine, kreiselförmige gelblich-grüne Birne reift Ende September. Das Fruchtfleisch ist süß und gerbstoffreich.
Im Rohzustand ist die Ferchbirne wegen ihrer adstringierenden Wirkung nicht genussfähig, sie muss vor dem Verzehr fast überreif werden und sich von selbst vom Baum lösen. Erst dann kann die Frucht getrocknet und traditionell zu Mehl verarbeitet werden. Früher als Armeleuteessen verbreitet, gilt das sogenannte Birmehl heute als Spezialität, das auch als gesundes Süßungsmittel eingesetzt werden kann.
Die letzten Bäume dieser vom Aussterben bedrohten Sorte findet man um das Dorf Verdings oberhalb von Klausen im Eisacktal.

Die Initiative Baumgart rund um den Pomologen Philipp Bodner und den Verein Sortengarten Südtirol wählt alljährlich eine Streuobstsorte des Jahres.
Das Ziel dabei ist es, die Besonderheiten alter Obstsorten in den Mittelpunkt zu rücken: interessante pomologische Eige
nschaften, in Vergessenheit geratene Geschmacksnuancen oder (fast) verloren gegangene kulinarische Traditionen.
Die Auszeichnung verhilft einer Rarität der heimischen Pangarte zu größerer öffentlicher Bekanntheit. Außerdem kann sie einen Anreiz darstellen, alte Sorten wieder neu anzubauen. 

bottom of page